
Blut Spenden: Voraussetzungen, Vergütung & wer nicht spenden darf
Jedes Jahr werden in Deutschland rund zwei Millionen Blutkonserven benötigt – und die meisten Spender kommen ganz selbstverständlich vorbei, um zu helfen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu Voraussetzungen, Vergütung und Ausschlusskriterien in Deutschland und der Schweiz.
Benötigte Blutkonserven in Deutschland pro Jahr: rund 2 Millionen ·
Alter für Blutspende in Deutschland: 18 bis 73 Jahre (Erstspender bis 65) ·
Vergütung pro Vollblutspende in Deutschland: in der Regel eine Aufwandsentschädigung von 20 bis 50 Euro ·
Abstand zwischen zwei Vollblutspenden: mindestens 56 Tage (8 Wochen) ·
Maximale Anzahl Vollblutspenden pro Jahr für Männer: 6 ·
Maximale Anzahl Vollblutspenden pro Jahr für Frauen: 4
Kurzüberblick
- Mindestens 50 kg schwer (blutspenden.de)
- 18 bis 73 Jahre (Erstspender bis 65) (UKW Transfusionsmedizin)
- Gesunder Allgemeinzustand (blutspenden.de)
- Vollblut: alle 56 Tage (blutspenden.de)
- Männer: max. 6x pro Jahr (NDR)
- Frauen: max. 4x pro Jahr (NDR)
- Ausweis mitbringen (ADAC)
- Vor der Spende ausreichend essen und trinken (blutspenden.de)
- Nach der Spende am Ruhebereich bleiben (blutspenden.de)
- 20 bis 50 Euro in Deutschland (blutspenden.de)
- 30 bis 60 CHF in der Schweiz (Blutspendedienst SRK)
- Marktpreis für 1 Liter Blut: bis zu 390 Euro (blutspenden.de)
Die wichtigsten Kennzahlen zur Blutspende auf einen Blick.
| Jährlicher Blutbedarf in Deutschland | rund 2 Millionen Konserven |
|---|---|
| Durchschnittliche Aufwandsentschädigung | 20 bis 50 Euro in Deutschland |
| Marktpreis für einen Liter Blut | bis zu 390 Euro in Berlin |
| Häufigster Spendeort | DRK-Blutspendedienste oder kommunale Krankenhäuser |
Welche Voraussetzungen müssen fürs Blutspenden erfüllt sein?
Mindestalter und Höchstalter für Blutspender
Das Mindestalter für eine Blutspende beträgt in Deutschland 18 Jahre, wie die Transfusionsmedizin des Universitätsklinikums Würzburg betont. Erstspender dürfen maximal 65 Jahre alt sein, Mehrfachspender können bis 73 spenden. In der Schweiz liegt die Altersgrenze ebenfalls bei 18 Jahren, das Höchstalter kann je nach Kanton variieren.
Die Altersgrenze von 73 Jahren für Mehrfachspender erlaubt es erfahrenen Spendern, länger aktiv zu bleiben – das ist für Kliniken wertvoll, weil diese Spender medizinisch gut dokumentiert sind.
Der NDR nennt als typische zeitweilige Ausschlussgründe unter anderem Infekte, zahnärztliche Behandlungen, frische Tattoos oder Piercings, Lebendimpfungen, bestimmte Medikamente, Operationen sowie Schwangerschaft und Stillzeit.
Gesundheitliche Anforderungen und Gewicht
- Das Körpergewicht muss mindestens 50 kg betragen (UKW Transfusionsmedizin).
- Der allgemeine Gesundheitszustand wird vor jeder Spende ärztlich geprüft.
- Der Puls, der Blutdruck und der Hämoglobinwert werden gemessen.
Die Implikation: Die Gewichtsgrenze schützt den Spender, nicht das Blut – wer unter 50 kg wiegt, könnte nach der Spende Kreislaufprobleme bekommen. Das ist also eine Sicherheitsmaßnahme, kein Ausschluss aus Misstrauen.
Wie viel Geld bekommt man für einmal Blutspenden?
Aufwandsentschädigung in Deutschland und der Schweiz
In Deutschland erhalten Spender in der Regel eine Aufwandsentschädigung zwischen 20 und 50 Euro pro Vollblutspende, bestätigt der DRK-Blutspendedienst. In der Schweiz ist die Vergütung regional unterschiedlich, liegt aber oft zwischen 30 und 60 Schweizer Franken, wie der Blutspendedienst SRK angibt.
Der DRK-Blutspendedienst bestätigt: Die Aufwandsentschädigung deckt Fahrtkosten und Zeitaufwand – die Spende selbst ist freiwillig und unbezahlt.
Die Schweizer Spender erhalten etwa 33 bis 67 Prozent mehr als deutsche Spender – bei gleichem Spendeintervall von 56 Tagen. Das liegt unter anderem an höheren Lebenshaltungskosten und einer stärker regulierten Vergütungspraxis.
Der Marktpreis für Blutkonserven
Der Verkaufspreis eines Liters Blut liegt in Kliniken in Berlin bei bis zu 390 Euro. Die Spende selbst ist unbezahlt (freiwillig), die Aufwandsentschädigung deckt Fahrtkosten und Zeitaufwand.
Das Paradox: Spender erhalten eine moderate Aufwandsentschädigung, während Krankenhäuser für das verarbeitete Blut deutlich höhere Preise zahlen – das liegt an den aufwendigen Test-, Aufbereitungs- und Logistikprozessen der Blutspendedienste.
Welche Leute dürfen kein Blut spenden?
Dauerhafte und vorübergehende Ausschlussgründe
Der Deutsche Bundestag (Wissenschaftliche Dienste) listet als dauerhafte Ausschlussgründe schwere Herz- und Gefäßerkrankungen, wiederholte Ohnmachtsanfälle sowie nachgewiesene Syphilis, Malaria oder andere bestimmte Infektionen. Auch Personen mit Drogenkonsum oder missbräuchlicher Medikamenteneinnahme sind dauerhaft ausgeschlossen.
Vorübergehende Ausschlüsse gelten nach Operationen oder Reisen in Risikogebiete. Der NDR zählt dazu Infekte, zahnärztliche Behandlungen, frische Tattoos oder Piercings, Lebendimpfungen, bestimmte Medikamente, Operationen sowie Schwangerschaft und Stillzeit.
Krankheiten und Medikamente als Hindernis
- Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen wie schwerem Rheuma oder Krebs sind dauerhaft ausgeschlossen (ADAC).
- Vorübergehende Ausschlüsse gelten nach Operationen oder Reisen in Risikogebiete.
- Eine Blutspende mit Arthrose ist möglich, solange keine entzündliche Arthritis vorliegt.
- Die Einnahme bestimmter Medikamente wie Blutverdünner führt zu einer temporären Rückstellung.
Der Trade-off: Die strengen Ausschlusskriterien schützen sowohl den Empfänger vor Infektionen als auch den Spender vor gesundheitlichen Risiken. Das bedeutet aber auch, dass viele Menschen mit chronischen Erkrankungen ausgeschlossen sind – selbst wenn sie sich gesund fühlen.
Darf man mit Rheuma Blutspenden?
Unterschied zwischen Rheuma und Arthrose
Patienten mit aktiver rheumatischer Arthritis sind von der Blutspende ausgeschlossen, wie der ADAC klarstellt. Bei Arthrose (Verschleißerscheinungen) ist die Spende in der Regel erlaubt.
Richtlinien des DRK und der Blutspendedienste
Die Entscheidung hängt von der Einnahme von Immunsuppressiva ab, wie die Uniklinik Aachen (Rückstellungsgründe) festhält. Wer Medikamente einnimmt, die das Immunsystem unterdrücken, darf kein Blut spenden.
Bei Arthrose ohne entzündliche Komponente und ohne immunsuppressive Therapie ist die Spende meist möglich – bei aktiver rheumatischer Arthritis dagegen nicht. Der Spenderarzt entscheidet im Einzelfall.
Was das für Betroffene bedeutet: Wer an rheumatischen Erkrankungen leidet, sollte vor einem Spendentermin mit dem Arzt abklären, ob die Entzündung aktiv ist und welche Medikamente eingenommen werden. Das spart Zeit und enttäuschte Erwartungen.
Blut spenden Schweiz: Was sind die Besonderheiten?
Altersgrenzen und Spendeintervalle in der Schweiz
In der Schweiz ist das Mindestalter für Blutspender 18 Jahre, das Höchstalter kann je nach Kanton variieren. Das Spendeintervall für Vollblut beträgt in der Schweiz 56 Tage, maximal 4 Spenden pro Jahr für Männer und 3 für Frauen.
Vergütung und Spendezentren in Bern
Blutspende Bern wird vom Blutspendedienst SRK organisiert. Die Aufwandsentschädigung in der Schweiz ist in der Regel höher als in Deutschland, wie der Vergleich der Richtlinien zeigt.
Die Vergütung in der Schweiz zwischen 30 und 60 CHF macht Blutspenden besonders attraktiv für Studierende oder Menschen mit geringem Einkommen – der Zeitaufwand wird hier spürbar besser entlohnt als in Deutschland.
Der Faktencheck: Wer in der Schweiz wohnt und regelmäßig spenden möchte, kann bei Männern maximal 4, bei Frauen maximal 3 Spenden pro Jahr abgeben. Das sind zwei bis drei Spenden weniger als in Deutschland – dafür mit höherer Vergütung pro Spende.
Fazit
Blutspenden ist in Deutschland und der Schweiz ein klar geregelter Prozess mit strengen, aber nachvollziehbaren Kriterien. Wer gesund ist, mindestens 50 kg wiegt und zwischen 18 und 73 Jahren alt ist, kann grundsätzlich spenden. Die Aufwandsentschädigung unterscheidet sich deutlich zwischen den Ländern: In Deutschland 20 bis 50 Euro, in der Schweiz 30 bis 60 CHF. Besonders wichtig: Wer unter chronischen Erkrankungen wie Rheuma oder Arthrose leidet, sollte vor dem Spendetermin mit dem Arzt klären, ob eine Spende möglich ist. Für alle anderen gilt: Ausreichend essen und trinken, den Ausweis einpacken – schon kann man helfen.
blutspende.de, de.wikipedia.org, ukbonn.de, dasfinanzen.de, praktischarzt.de, focus.de
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert eine Blutspende?
Die eigentliche Blutabnahme dauert etwa 5 bis 10 Minuten, der gesamte Aufenthalt inklusive Anmeldung, ärztlicher Untersuchung und Ruhepause nach der Spende beträgt rund 45 bis 60 Minuten.
Darf ich nach einer Impfung Blut spenden?
Nach Lebendimpfungen (z. B. Masern, Mumps, Röteln) gilt in der Regel eine Rückstellungsfrist von vier Wochen. Nach Totimpfstoffen (z. B. Grippe, Tetanus) gibt es meist keine Wartezeit. Im Zweifel entscheidet der Spenderarzt.
Was passiert mit meinem Blut nach der Spende?
Das Blut wird auf Infektionen wie HIV, Hepatitis B und C sowie Syphilis getestet. Anschließend wird es in seine Bestandteile (Erythrozyten, Thrombozyten, Plasma) aufgetrennt und an Krankenhäuser geliefert.
Kann ich Blut spenden, wenn ich erkältet bin?
Bei akuten Infekten mit Fieber oder starkem Husten ist eine Blutspende nicht möglich. Leichte Erkältungen ohne Fieber können nach Absprache mit dem Arzt erlaubt sein, sobald die Symptome abgeklungen sind.
Ist Blutspenden schmerzhaft?
Die meisten Spender empfinden den Nadelstich als kurzzeitigen, leichten Schmerz – vergleichbar mit einer Blutabnahme beim Arzt. Nach der Spende kann ein kleiner Bluterguss an der Einstichstelle auftreten.
Muss ich für einen Blutspendetermin nüchtern sein?
Nein, im Gegenteil: Vor der Blutspende sollte man ausreichend essen und trinken. Nüchternheit kann zu Kreislaufproblemen während oder nach der Spende führen.
Vorteile und Nachteile der Blutspende
Vorteile
- Freiwillige Hilfe für Krankenhäuser und Patienten
- Aufwandsentschädigung von 20 bis 50 Euro pro Spende
- Kostenloser Gesundheitscheck (Blutdruck, Hämoglobin, Puls)
- Möglichkeit, regelmäßig Leben zu retten
Nachteile
- Zeitaufwand von etwa 45 bis 60 Minuten pro Spende
- Nicht jeder kann spenden (Alter, Gewicht, Vorerkrankungen)
- Risiko von Kreislaufproblemen oder Blutergüssen
- Maximale Spendeanzahl pro Jahr begrenzt (4–6 Spenden)